Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

Die Reformation war eine Protestbewegung gegen blinde Autoritätsgläubigkeit und gegen Gehorsamskultur. Es ging um den Glauben und die Gnade, als Mensch angenommen zu sein, ohne Vorbedingung, ohne Ablasshandel, ohne sich irgendetwas – auch nicht das ewige Leben – verdienen zu können. Es ging den Reformatoren also zuallererst um die Freiheit. Vielfalt, Bildung, die Möglichkeit zu religiöser und gesellschaftlicher Teilhabe gehörten dazu.

Diese Impulse haben heute ihre Aktualität in keiner Weise verloren, sowohl innerhalb der Kirche als auch in Gesellschaft und Politik. „Reformationsbedarf“ haben wir immer dort, wo der und die Einzelne mit seiner und ihrer Würde, mit Bedürfnissen und Fähigkeiten nicht mehr vorkommt, weil Macht und Geld wichtiger zu sein scheinen. Wir sind nach wie vor auf Menschen angewiesen, die den Wunsch nach Veränderung haben, die sich mit eingespielten Machtverhältnissen nicht zufriedengeben. 

Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag und Präses der Synode der EKD a. D.

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