Margot Käßmann

Margot Käßmann

Ein zentrales Thema der Reformation war Bildung. Martin Luther lag daran, dass jeder Junge und jedes Mädchen gleich welcher sozialen Herkunft lesen und schreiben lernen. Er hat die Bibel in die deutsche Sprache übersetzt, damit alle selbst nachlesen können und an der Bibel ihr Gewissen schärfen. Aber auch für die anderen Reformatoren, Melanchthon, Zwingli und Calvin, war Bildung von großer Bedeutung. Viele Frauen, die den Stand der Nonne verlassen hatten, wurden Lehrerinnen.

Das Thema Bildungsgerechtigkeit und Bildungsteilhabe bleibt hochaktuell. Es ist bedrückend, dass soziale Herkunft und Bildung so eng zusammenhängen. Da besteht dringender Reformbedarf, und zwar schon bei den Jüngsten. Gut ausgestattete Kitas, Unterstützung beim Erlernen der Sprache, Begleitung schon in der Grundschule sind notwendig, damit jedes Kind die gleiche Chance erhält. Denn klar ist: Bildung bleibt der zentrale Schlüssel zur Überwindung von Armut. Schon in der Bibel heißt es: "Merkt auf, dass ihr lernt und klug werdet!"(Spr. 4,1).

Prof. Dr. Dr. h. c. Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum

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