Volker Kauder

Volker Kauder

Können wir aktuelle politische Aufgaben, wie beispielsweise die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit oder dergleichen, aus der Reformation heraus begründen? Das glaube ich nicht. Schließlich ist Reformbedarf nicht gleich Reformation. Ich verstehe den Reformator Martin Luther vor allem als Befreier unseres Geistes.

Luther hat die Bibel übersetzt. So brachte er uns auch Paulus’ Brief an die Galater nahe, in dem uns die Freiheit eines Christenmenschen erklärt wird. Diese Freiheit ist keine Beliebigkeit, kein Freibrief, sie besteht in der Beziehung zu und einer Bezogenheit auf Christus und den Nächsten.

Luther erinnert uns an unser Seelenheil, um das wir in unserer Verbindung zu Christus ringen. Dieser Verbindung können wir mit der Liebe zu unserem Nächsten Ausdruck verleihen – und damit durch verantwortliches politisches Handeln. Wir dürfen uns aber nicht selbst als Heilsbringer, als letzte Instanz, missverstehen. Die Reformation verweist uns auf unser Gewissen, sie führt uns nicht in einen Gottesstaat.

Volker Kauder , Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

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