Cornelia Füllkrug-Weitzel

Cornelia Füllkrug-Weitzel

Die Reformation war eine Befreiungsbewegung: Befreiung des Glaubens durch Konzentration auf den Kern des Evangeliums, Befreiung des Menschen durch Konzentration auf den Geschenkcharakter des Lebens, Befreiung der Kirche durch Konzentration allein auf das, was Christus und sein Werk der Versöhnung für die Welt in die Mitte stellt, Befreiung des Denkens und des Verstehens durch Konzentration auf eine kritische Bibellektüre.

Das hat dem Streben nach Emanzipation, Gleichheit, Freiheit und Menschenrechten Flügel verliehen, Gesellschaften zu transformieren geholfen und unterdrückten Bevölkerungsgruppen weltweit Beteiligungschancen eröffnet: den Frauen voran, aber auch marginalisierten Ethnien und Kasten.

Allerorts hat die zentrale Stellung eigenständiger Bibellektüre für den Glauben zu ihrer Zeit und durch die Jahrhunderte umwälzende Bildungsrevolutionen angestoßen und zur Verschriftung und offiziellen Anerkennung vieler Sprachen und Sprachgruppen beigetragen.

Ich hoffe, dass Initiativen für kritische Bildung und Transformation der Gesellschaft hin zu einer gerechteren und solidarischen Wirtschafts- und Lebensweise, die die Impulse von Martin Luther fortsetzen, auch weiter kräftige Unterstützung aus den evangelischen Kirchen in Deutschland erfahren.

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung

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